Reisebericht: Libštejn

Gespeichert von jezour am Fr., 13.04.2012 - 21:20

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. globiferum ssp. globiferum from Libštejn

Jovibarba globifera var. globifera - Libštejn

Sehr lange Zeit habe ich über Jovibarba globifera var. globifera nicht geschrieben. In der letzen Zeit haben wir intensiv den Pflanzen der Slowakei gewidmet. Also, wir kommen in Westböhmen zurück und kennenlernen nächste Lokalität von Jovibarba globifera var. globifera in Westböhmen. Ich finde es interessant, dass ich die Umgebung von Pilsen so gut kenne und dass ich über die hiesige Lokalitäten so wenig schreibe.

Wo befindet sich Libštejn? In der Landkarte finden sie den Namen schwer. Libštejn heißt die Burgruine im Tal des Flusses Berounka. Die Bilder der Umgebung habe ich hier schon gezeigt. Erinnern sie an die Lokalität bei Horní Liblín? Die Burgruine von Libštejn liegt nur 2 Kilometer südlicher. Libštejn liegt in Westböhmen und ist etwa 20 Kilometer von Pilsen entfernt.

Wenn sie die Burgruine sehen, dann müssen sie sagen: Wachsen hier Jovibarbas? In der Umgebung der Burgruine gibt es nur den Wald. Trotzdem wächst hier Jovibarba globifera var. globifera. Diese Lokalität hat František Maloch im Jahre 1913 erwähnt.

Die Pflanzen wachsen auf den Felsen unter der Burgruine. Sie wachsen auf den Felsen, die südöstlich orientiert sind. Das Gestein bildet Schiefer. Die Lokalität befindet sich in der Höhe um 315 m über dem Meerspiegel.

Dort gibt es riesengroße Büschel von Jovibarba globifera var. globifera auf den Felsen unter der Burgruine. Einige Büschel haben etwa 40 cm im Durchmesser. Die Rosetten von Jovibarba globifera var. globifera finden wir fast überall. Dort wächst eine riesengroße Menge der Rosetten.

Die Rosetten sehen ziemlich gut aus. Wir erkennen den Einfluss des Waldes – die Rosetten sind offen. Sie sind schön grün, sie bilden viele Ausläufer. Als ich die Lokalität gesehen habe, war ich sehr überrascht. Obwohl es im Herbst war, habe ich viele abgeblühte Blütenstände gefunden. Ich glaube, dass ist eine von drei Lokalität, an denen Jovibarba globifera var. globifera viel blüht!

Ich glaube, dass diese Lokalität sehr alt ist. Jetzt habe ich ein bisschen Angst um die Pflanzen. Die Wänden der Burgruine werden repariert. Ich hoffe, dass die Pflanzen die Reparatur der Burgruine überleben. Das Tal des Flusses Berounka ist sehr interessant für uns. Wenn sie wissen, wo sie suchen sollen, finden sie viele Lokalitäten von Jovibarba globifera var. globifera.

Haben sie Jovibarba globifera var. globifera in der Natur beobachtet? Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Do., 23.12.2021 - 08:45

Hallo, lieber jezour,

schön, dass du wenigstens manchmal in die nähere Umgebung fährst und nach Sempis guckst! (Ich kenne das. Ich war viel in der Welt unterwegs, aber wenn ich nicht mehr arbeite, schaue ich mir Deutschland an.)

Hoffentlich bleiben die Pflanzen beim Renovieren der Burg heile. Sie sehen ja sehr gesund aus an dem Standort. Es ist interessant, dass der Standort schon so lange bekannt ist und dokumentiert wurde.

Vielen Dank für den schönen Bericht und die Fotos.

Liebe Grüße
Sempernicki

Sempernicki

Do., 23.12.2021 - 08:46

Lieber jezour,

ich hoffe, du hast die Pflanzen bei dir im Garten und könntest nach der Renovierung mit einer Neubesiedelung "aushelfen", sollte der Bestand beim Bau kaputt gegangen sein?

Danke für den schönen Ausflug zur Burgruine mit den tollen Steinen und Pflanzen.

Lieben Gruß aus Bayern
Zaubergarten

Sempernicki

Do., 23.12.2021 - 08:46

Mir interessiert das sehr: wie weit wir, als Liebhabern, wirklich etwas Tun koennen Fuer das behalten von Arten/Populationen. Ich glaube das das moeglich ist, aber auch das das nur selten wirklich notwendig ist und auch rizikos hat.

Auf eine seite besteht das gefar das zu viele pflanzen aus die natuerliche populationen entnommen werden, aber auch das gefar das nur wenige klonen vermert werden, wiel ganz aenlich sein. Wer hat zun beispiel interesse an 20 klonen von einem fundort die kaum, oder gar nicht, zu unterscheiden sein? Ich glaube das die, auch wann die durch verschiedene liebbaber aufgesammeld wurden, ganz schnell durcheinanter rachen und dann wirden nur die wuchsischste uberleben. Das heisst ein verlust von genetische vielfalt, und das kan auf termin nachteilig sein fuer natuerliche populationen.

Dennoch glaube ich das es ganz wichtig ist um die einmal aufgesammelte klonen zu erhalten, zelbstverstandlich sind Arten mit eine kleine verbreitung am wichtigsten. Genau die sind aber auch am schnellsten bedroht durch unkontroliertes aufsammeln ... Vielleicht liegt hier eine afugabe vor institutionen wie Botanischen Gaerten, um kontrolliert aufsammlungen zu machen von diese populationen, und die dann nicht nur weiter zu pflegen aber auch - als reserve - an liebhabern weiter zu geben. Es kann immer geschehen das einzelne klonen eingehen in kollektionen ...

Ich hoffe das meines Deutsch nicht all zu schlimm ist ...

Sempernicki

Do., 23.12.2021 - 08:47

Hallo,

Zaubergarten,

die Situation ist nicht so schlimm. Die Lokalität ist ziemlich groß, dort befindet sich eine große Menge der Rosetten. Ich habe Angst nur um die Populationen gleich unter der Burgwand. Ich habe nicht erwähnt, dass die Reparatur der Burgruine auch geholfen hat. Die Bäume, die an und auf den Felsen gewachsen sind, wurden abgeholzt.


Sempernicki,

in der Umgebung von Pilsen bewege ich mich oft. Leider schreibe ich über die Lokalitäten wenig. In der Umgebung von Pilsen habe ich etwa 30 Lokalitäten von Jovibarba globifera var. globifera besucht. Und ich weiss über nächste etwa 30 - 40 Lokalitäten. Leider sind diese Lokalitäten so weit von Pilsen. Ich muss trainieren, dass ich die Lokalitäten mit dem Fahrrad erreichen kann.


illustrator,

die Thematik, die du angefangen hast, ist wirklich breit. Es ist nötig die Lokalitäten in der Natur zu schützen und um die Lokalitäten zu kümmern. Wenn ich an einer Lokalität vorbeigehe, sehe ich die Lokalität an. Wenn es nötig ist, helfe ich den Pflanzen.
Es ist fast keine Interesse um Jovibarba globifera var. globifera. Die Leute sammeln die Pflanzen nicht. Die Pflanzen wachsen auch auf den schwierig erreichbaren Plätzen. In Tschechien gibt es eine interessante Situation - die Leute wissen oft nicht, dass es Jovibarbas in der Umgebung wachsen. Ich meine nicht nur die Leute, die in der Nähe der Lokalitäten wohnen. Ich meine auch die professionelle Botaniker!

LG,
jezour

Titelbild
Reisebericht: Libštejn