Reisebericht: Hornád, Kehle

Gespeichert von jezour am Di., 16.09.2014 - 12:47

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. globiferum ssp. hirtum from Hornád, Kehle

Jovibarba hirta - Hornád, Kehle

In diesem Reisebericht bleiben wir noch in dem Nationalpark Slowakisches Paradies. Wir verschieben uns in den Norden des Nationalparks in die Umgebung des Dorfes Hrabušice. Das Dorf Hrabušice liegt am Rande des Nationalparks Slowakisches Paradies, ungefähr südöstlich von der Stadt Poprad.

Südlich von dem Dorf fängt eines der bekanntesten Täler des Nationalparks an – Durchbruch des Flußes Hornád (= Prielom Hornádu). Viele Teile des Tales sind sehr eng und sehen wunderschön aus.

Am Anfang des Tales gibt es die Felsen, vor allem an dem rechten Ufer des Flußes Hornád. Die Felsen sind etwa östlich, südöstlich und südlich orientiert, an den Felsen wachsen wenige Bäume. Die Felswänden interessieren uns sehr. Es gibt einen Standort von Jovibarba hirta da.

Dieser Standort wird lange bekannt, denn die Botaniker erwähnen über diesem Standort. Die älteste Erwähnung finden wir in dem Werk von Karel Domin aus dem Jahre 1933. Er schreibt, dass er die Pflanzen am Standort schon im Jahre 1919 beobachtet hat. In den Erwähnungen finden wir noch eine interessante Information. K. Domin schreibt über diesen Pflanzen wie “Sempervivum preissianum,“ aber D. R. Letz bezeichnet diese Pflanzen wie “Jovibarba globifera subsp. hirta.“ Wer hat Recht? Beide.

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Diese Rosetten entsprechen mehr zu Jovibarba hirta var. hirta, obwohl sie enge Rosettenblätter mit den langen engen Spitzen haben.

Der Standort liegt an dem rechten Ufer des Flußes Hornád, gleich neben dem Fluß. Es handelt um die Felsen über dem Fluß, das Gestein wird Kalkstein gebildet. Der Standort liegt etwa 535 Meter über dem Meerspiegel. Die Felswänden sind ziemlich hoch, also unten wachsen die Rosetten ein bisschen niedriger (+/- 525 Meter) und oben etwa in der Höhe von 550 Meter über dem Meerspiegel. Die Rosetten wachsen an den steilen Felswänden, in den Felsspalten, in der Nähe der Felsen und auch in der Umgebung der großen Steine.

Wie sieht die Situation am Standort aus? Zuerst muss ich schreiben, dass der Standort sich in der Region Spiš befindet. In den Regionen Spiš, Liptov, aber auch in der Mitte der Slowakei passiert es häufig, dass die beiden Varietät am gleichen Standort nebeneinander wachsen und in manchen Fällen die Rosetten die Merkmale beider Varietäten tragen. Das ist auch den Fall dieses Standortes. Die Merkmale von Jovibarba hirta var. hirta überwiegen, ich bezeichne die Pflanzen wie Jovibarba hirta var. hirta. Aber ich muss auch schreiben, dass die Merkmale von Jovibarba hirta var. preissiana an einigen Rosetten überwiegen. Es ist auch möglich klare und reine Rosetten von Jovibarba hirta var. preissiana da zu finden. Wir können es gut auf den Bildern beobachten.

An dem Standort gibt es eine riesengroße Menge der Rosetten. Die Rosetten waren in den guten Zustand und sie waren vor allem grün gefärbt. Viele Rosetten hatten die neuen Ausläufer, einige Rosetten haben in der Zeit meines Besuches geblüht. Leider habe ich nicht die Blüten fotografiert, die blühenden Pflanzen sind an den sehr schwierig erreichbaren Orten gewachsen.

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Diese Rosette können wir zu Jovibarba hirta var. preissiana einordnen.

Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

Bildergalerie - © alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt!

Comments

Sempernicki

Di., 30.11.2021 - 09:12

Hallo lieber jezour,

es ist wirklich eine wunderbare Landschaft, die du uns in diesem Reisebericht zeigst.

Vielen lieben Dank dafür.

Wenn ich Bilder von S. globiferum sehe, die an so steilen Felsen wachsen habe ich immer diesen Gedanken: "wandern" die einzelnen Polster nicht ständig weiter nach unten? Ich meine, die Ableger werden doch oft nach unten rollen aber nie nach oben.

Wenn du jetzt schreibst, dass der Standort bereits 1919 beobachtet wurde, dann sich die Pflanzen aber gut festgehalten am Berg.

Wenn ich S. globiferum im Topf auf einem Regal stehen habe, dann wachsen nach ein paar Jahren auf dem Boden vorm Regal immer mehr Rosetten, weil immer wieder Kindel runterpurzeln.

Ich finde die gezeigten Jovis sehr schön und vor allem gesund und kräftig!

Liebe Grüße
Zaubergarten

Sempernicki

Di., 30.11.2021 - 09:12

Hallo, liebe Zaubergarten,

es ist wahr, dass die Ableger der Rosetten oben nach unten fallen. Die Hauswurz können sich auch in der Richtung oben verbreiten. Die Samen der Hauswurz sind sehr leicht und der Wind verbreitet die Samen auf dem Standort.

LG,
jezour

Sempernicki

Di., 30.11.2021 - 09:16

Hallo, lieber jezour,

du hast also die altbekannten Pflanzen gefunden, die wie die Varietät hirtum und wie preissianum aussehen? Es sind also alles Mischlinge, die mal mehr so und mal mehr anders aussehen?

Wenn es so etwas in der Natur gibt und zwei Beobachter sehen sich (nicht gemeinsam) die Stelle an - nicht so gründlich wie du - dann ist es ja durchaus möglich, dass man sich später streitet, wer nun die Pflanzen richtig bestimmt hat.
Aber Letz hat ja nur Jovibarba globifera ssp. hirta geschrieben, wenn ich deinen Text richtig verstehe, und das ist ja so allgemein als wenn du Jovibarba hirta schreibst. Beides macht die Varietäten hirta und preissianum möglich.

Wie gut, dass es heute meistens Fotos von den Pflanzen gibt, so dass man sich nachher noch darüber unterhalten kann, was dort vor Ort wächst.

Ein interessanter Fall.

Ist es wohl der gleiche Standort wie auf unserm schon existierenden Eintrag im Naturformen-Lexikon S. globiferum ssp. hirtum from Hornad-Durchbruch? Was bedeutet "Kehle"?

Auch diese Schreibweise macht beide Varietäten möglich.

Vielen Dank für deinen Bericht und die Fotos!

Liebe Grüße

Sempernicki

 

Sempernicki

Di., 30.11.2021 - 09:21

Hallo, liebe Sempernicki,

so viele Fragen. Ich hoffe, dass ich alle Fragen beantworte.

Hornád Durchbruch
Das Tal des Durchbruches des Flußes Hornád ist ziemlich lang, die Quellen erwähnen die Länge um 16 Kilometer. In diesem Tal gibt es viele Felsen, viele Felsen gelegen für Hauswurz. In dem Tal habe ich an etwa sechs Standorten Jovibarba hirta beobachtet (aber nicht fotografiert).
Ich glaube, dass es um den gleichen Standort nicht handelt. Die Rosetten auf den Bildern im Lexikon sehen ein bisschen unterschiedlich als die Rosetten, die ich am Standort beobachtet hat.

Name Kehle
Am Anfang des Durchbruches gibt es die Weggabelung der touristischen Wege. Die Weggabelung heißt "Hrdlo Hornádu." Wenn ich den Wort "hrdlo" im Wörterbuch gesucht habe, habe ich den Wort "Kehle" gefunden. Dann habe ich eine andere Übersetzung gefunden - "Hals." Trotzdem stelle ich die Landschaft vor. An diesem Ort fängt das tiefe und enge Tal des Flußes an. In der Nähe des Dorfes Hrabušice fließt den Fluß Hornád durch eine Ebene. Südlich von dem Dorf Hrabušice erheben auf einmal die hohen Hügel. Am Ort "Hrdlo Hornádu" fließt den Fluß auf einmal in das tiefe und enge Tal ein. An den beiden Ufer des Flußes gibt es auf einmal steile Abhänge, über dem rechten Ufer emporragen die Felsen.

Namen der Pflanzen
Jetzt weiß ich nicht, ob ich früher etwas über den Namen in den Werken von Letz und Domin geschrieben. Darum wähle ich die wichtigste Informationen aus.
Karel Domin
Karel Domin hat in seinem Werk aus dem Jahr 1933 über Jovibarba zwei neuen Arten beschrieben - Sempervivum tatrense und Sempervivum preissianum. Den Namen Sempervivum tatrense hat er für die Pflanzen aus dem Gebirge Hohe Tatre benutzt. Die Standorte dieser Pflanzen befinden sich hoch in den Bergen, die Rosetten sind klein und die Rosettenblätter sehr eng. Heute ist den Namen Sempervivum tatrense ein Synonym für Jovibarba hirta var. preissiana. Der Name Sempervivum preissianum gehört zu den Pflanzen, die nicht in dem Gebirge Hohe Tatra wachsen. Die Rosetten sind mehr wechselnd, die Rosetten sind größer und die Rosettenblätter können breiter sein. Die Rosettenblätter sind immer kahl und sie haben wenige Wimpern an den Kanten der Rosettenblättern.
Dominik Roman Letz
D. R. Letz begreift die Gattung Jovibarba wie zwei Arten, die Art Jovibarba globifera mit 7 Unterarten. Jovibarba hirta teil er so:
Jovibarba globifera subsp. hirta
Jovibarba globifera subsp. glabrescens
Jovibarba globifera subsp. tatrensis
Er erwähnt die Pflanzen am Naturstandort wie Jovibarba globifera subsp. hirta, also für mit Jovibarba hirta var. hirta. Unter den Standorten von Jovibarba globifera subsp. tatrensis habe ich die Erwähnung über diesen Standort nicht gefunden.

Die Situation - preissiana oder hirta
Es gibt keine feste Grenze zwische var. preissiana und var. hirta. Es gibt die Pflanzen, die alle Merkmale von var. preissiana oder var. hirta tragen. An vielen Standorten in der Slowakei (Regione Spiš, Liptov, Orava, Súľovské Hügel, Vtáčnik, Kremnické Hügel und andere) wachsen die Pflanzen, die die Merkmale beider Varietäten tragen. Ich zeige zwei Bilder (nicht aus dem Standort in dem Reisebericht):

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Bild 1

Die Rosette auf diesem Bild sieht auf ersten Blick wie var. preissiana aus. Die Rosettenblätter sind eng und haben lange enge Spitzen. Aber an den Kanten der Rosettenblätter gibt es viele Wimpern und die Rosettenblätter sind behaart - das zeigt auf Jovibarba hirta var. hirta. Trotzdem habe mich ich bei diesen Rosetten für den Namen Jovibarba hirta var. hirta entschieden Die Behaarung an den Flächen und viele Wimpern an den Kanten der Rosettenblätter spielt für mich eine wichtigere Rolle als die Gestalt der Rosettenblätter.

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Bild 2

Die Rosetten auf diesem Bild sieht auf ersten Blick wie var. hirta aus. Die Rosettenblätter sind breit, die Spitzen der Rosettenblätter sind kurz. Aber die Flächen der Rosettenblätter sind immer kahl und es gibt wenige Wimpern an den Kanten der Rosettenblätter. Darum habe ich für den Namen Jovibarba hirta var. preissiana entschieden, denn die Rosettenblätter sind immer kahl und die Rosettenblätter haben wenige Wimpern an den Kanten.

Die Situation in den Regionen Spiš und Liptov ist noch mehr kompliziert. An einem Standort wachsen nebeneinander typische Jovibarba hirta var. hirta, Jovibarba hirta var. preissiana und die Rosetten, die die Merkmale beider Varietäten tragen. Das ist auch der Fall dieses Standortes am Anfang des Durchbruches des Flußes Hornád. Diese Mischung der Rosetten können wir auf der ganzen Fläche des Standortes beobachten.

LG,
jezour

Sempernicki

Di., 30.11.2021 - 09:22

Lieber jezour,

da habe ich dir mit meinen Fragen aber viel Arbeit gemacht.

Ich habe alles verstanden.

Vielen Dank für die vielen Erklärungen und die zusätzlichen Bilder.

LG
Sempernicki

Titelbild
Reisebericht: Hornád, Kehle